Zeitungsartikel Südwestpresse vom 01.06.2007
Bodenhaftung verloren
ZUR BERICHTERSTATTUNG ÜBER DEN DONAUSTRAND
Kaum geistern irgendwelche Gerüchte über mögliche höhere Steuereinnahmen durch den Blätterwald, bemühen die Politiker ihre Gehirnwindungen auf der Suche nach Projekten. Sinnvoll muss es nicht unbedingt sein, aber teuer. So sind die Ulmer unter Anleitung so genannter Naturschützer auf die grandiose Idee des Donaustrandes gekommen.
Mit einem solchen Strand könnte man ja gleich mehrere Ziele erreichen, zum Beispiel Urlauber nach Ulm locken und vom Flug in den Süden abhalten. Damit könnte man in Ulm und auch in der Region den Ausstoß von CO2 und Feinstaub reduzieren, niemand müsste mehr in den Süden fliegen, der Strand wäre ja vor der Haustür. Man könnte damit auch ein touristisches Highlight im Süden setzen (Ulm ist Spitze im Süden), und das alles für schlappe 250 000 Euro. Eine tolle Vision.
Die Kehrseite der Medaille, die vielen Schulen in Ulm, die nun in die Jahre kommen, können nicht saniert werden. Für Kindertagesstätten und Kindergärten ist kein Geld vorhanden, der OB zeigt gerne allen seine leeren Hosentaschen. Straßen werden nicht instandgesetzt, beziehungsweise notwendige Maßnahmen werden zurückgestellt usw.
Nachdem ich gelesen hatte, dass der Gemeinderat ohne Gegenstimmen dieser Idee eines Donaustrandes für 250 000 Euro zugestimmt hatte, fragte ich mich unwillkürlich, ob dieses Gremium jegliche Bodenhaftung verloren hat. Dieses Geld, das ja noch nicht vorhanden ist (niemand weiß, ob und wie viel in den nächsten Jahren in die Stadtkasse fließt) sollte in sinnvollere Dinge investiert werden. Eberhard Riedl, Ulm
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