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Gesamtelternbeirat
der Kindertagesstätten und Schülerhorte in Ulm/Donau

Zeitungsartikel Südwestpresse vom 05.06.2007

Sparen an der falschen Stelle

ZU "2.0 - SONST GEHEN UNSERE KINDER BADEN" (31. MAI)

Der Personalschlüssel, der vor sechs Jahren auf 1, 7/33 Wochenstunden/Gruppe festgelegt wurde, reicht heute, wie alle Eltern von Kindergartenkindern bestätigen können, nicht mehr aus, um den Bedürfnissen der Kinder und den höheren Erwartungen an die Einrichtungen gerecht zu werden. Die Kindergärten sollen heute nach einem Orientierungsplan arbeiten, der zusätzlich zu den erzieherischen und Bildungsaufgaben individuelle Beobachtungen der Kinder, Dokumentation und verstärkte Kooperation mit den Eltern vorsieht. Wie diese zusätzlichen Aufgaben mit dem vor sechs Jahren festgelegten Personalschlüssel bewältigt werden können sollen, ist mir schleierhaft.

Noch rätselhafter ist für mich, wie der Bedarf an Plätzen für Kinder unter drei Jahren, die deutlich mehr individuelle Betreuung benötigen, damit abgedeckt werden soll, ohne dass in anderen Bereichen Abstriche gemacht werden müssen. Eine hohe Qualität, auf die es laut Bürgermeisterin Mayer-Dölle ankommt (SWP 19. April 2007: "Kindern geht es gut - statistisch"), kann so trotz allem Einsatz der Erzieher nicht erreicht werden. Auch wenn nun mehr Geld investiert wird, soll dieses projektbezogen und zeitlich limitiert eingesetzt werden. Damit lässt sich eine flächendeckende Qualitätssteigerung nicht erreichen! Verwunderlich, dass eine Stadt, die Prestige-Objekte mit x-Mio Euro finanziert und sich pro Jahr für 1 Mio Euro Blumenschmuck leistet, sich außerdem gerne als besonders kinder- und familienfreundlich sieht, an Ausgaben für eine den Anforderungen gerechte Ausstattung der Kindertagesstätten und Kindergärten mit Personal spart. Zitat von der Internetseite "Kindergärten in Baden-Württemberg": "Kindergärten haben neben den Aufgaben der Erziehung und Betreuung auch einen Bildungsauftrag, der sich an den spezifischen, altersstrukturell bedingten Bedürfnissen der Kinder orientiert. Damit wird ein wichtiger Aspekt in den Vordergrund gerückt: Die ersten Lebensjahre und das Kindergartenalter sind die lernintensivste Zeit im menschlichen Dasein. Die Bildungsarbeit in Kindergärten ist eine zentrale Aufgabe."

Um dies zu ermöglichen, ist allerdings eine entsprechende Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit Personal notwendig. Hier zu sparen, scheint mir nicht der richtige Weg, um unsere Zukunft und die unserer Kinder zu sichern.

Lothar Bernecker, Ulm