Zeitungsartikel Südwestpresse vom 12.06.2007
In die Menschen investieren
ZUM THEMA "DONAUSTRAND"
Gratulation zu ihrem Kommentar! Angesichts der überschäumenden positiven Meinung des Gemeinderats gegenüber dem Anlegen eines Donaustrands für 250 000 Euro kann ich Ihnen nur beipflichten: Das ist etwas, das Ulm nicht braucht, außer wir haben ein Luxusproblem. Und dass wir anscheinend ein Luxusproblem haben, beschreiben Sie an anderer Stelle mit Zitaten von Finanzbürgermeister Czisch.
Vernünftiger, zukunftsgerichteter und zum Wohle der Stadt wäre es allemal, man würde dieses Geld in das noch vorhandene Personal investieren - sei es in die Kindertagesstätten, um den Personalschlüssel aufzustocken, sei es anderswo, wo es auch dringend gebraucht werden würde.
Bedauerlicherweise wird weder vom Gemeinderat noch von der Stadtspitze anerkannt, dass die Mitarbeiter das Kapital der Stadt sind. Ohne diese gäbe es weder Bürgermeister noch sonst jemanden, der nun meint, darüber bestimmen zu können, wie viel die Menschen zu arbeiten haben und wie viel sie verdienen sollen.
Deshalb wäre es mehr als angebracht, man würde diese Geld zumindest zu einem kleinen Teil in das Kapital investieren, das diese Stadt überhaupt am Leben hält. Und das ist weder der Gemeinderat noch die Stadtspitze, das sind die Menschen, über die man nur spricht, wenn sie denn mal streiken und das Leben nicht mehr ganz so funktioniert, wie sie es gewöhnt sind.
Also: Weg mit dem Donaustrand und hin zu mehr Stadtqualität durch motivierte und engagierte Mitarbeiter, die auch mal verdienen dürfen, was sie eigentlich schon lange verdienen sollten.
Joachim Schraivogel, Ulm
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