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Gesamtelternbeirat
der Kindertagesstätten und Schülerhorte in Ulm/Donau

Zeitungsartikel Südwestpresse vom 21.06.2007

Auf die Qualität der Betreuung kommt es an

ZU "WAS VERMISSEN FAMILIEN?" (2. JUNI)

Meinen Mann und mich hat es im Jahr 2000 aus beruflichen Gründen aus Mainz ins Schwabenland verschlagen. Bewusst haben wir uns gegen die "tiefste Provinz" und für die Stadt Ulm entschieden. Wir wohnen im definitiv bürgerfreundlichen Ulm-Wiblingen. Die Infrastruktur ist bestens. Ärzte, Apotheken, gute Busverbindung, viele Fuß-und Radwege, einen Wochenmarkt und eine Stadtteilbibliothek gibt es hier.

Irgendwann stand die Phase der Familiengründung an. Als Ingenieurin wollte ich nicht auf Jahre aus meinem Beruf aussteigen, auch mein Mann konnte sich das nicht vorstellen. Deshalb machte ich mich für unsere 2003 geborene Tochter auf die Suche nach einem Krippenplatz.

Fündig wurden wir im "Kinderhaus Wiblingen", das unsere Tochter mit 17 Monaten aufnahm. Mittlerweile ist sie 4 Jahre alt, und im Herbst wird Ihre jüngere Schwester ebenfalls mit 18 Monaten folgen.

Was vermissen mein Mann und ich, um Beruf und Familie in Ulm gut zu vereinen:

1. Hohe Qualität der Betreuung

Wir berufstätigen Eltern wollen unsere Kinder nicht aufbewahrt, sondern exzellent betreut wissen. Und das fordert mehr Personal.

2. Gute Öffnungszeiten der Kindergärten

Meist arbeiten nicht beide Elternteile voll, so dass kein teurer Ganztagesplatz benötigt wird. Eine Öffnungszeit von 38 Stunden reicht den Familien oft aus.

3. Bezahlbare Kosten für Kindergarten und Hortbetreuung für Familien mit mehr als einem Kind

Zurzeit liegen die Kosten für zwei Kinder im Ganztagesbereich inklusive Mittagessen bei etwa 650 Euro pro Monat.

4. Mittagessen für Kinder, die länger als fünf Stunden am Stück im Kindergarten sind.

Das nimmt Stress aus der Familie, wenn nicht mit hungrigen Kindern gekocht werden muss, bzw. jeden Tag der Lkw herhalten muss. In unserem Kindergarten möglich auch bei "Nichtganztageskindern"

5. Planungssicherheit in der Kinderbetreuung

6. Guter Übergang vom Kindergarten in die Grundschule

7. Gute Betreuung in der Grundschule in Form von einer echten Ganztagesschule pro Stadtteil und keine Pseudobetreuung von Ehrenamtlichen für einen Teil der Schüler

8. Aufhebung der Schuleinzugsgebiete und somit freie Schulwahl, etwa aufgrund des Betreuungsangebots.

Wie sie der Liste entnehmen können, geht es uns in erster Linie um eine hochwertige Betreuung unserer Kinder. Erst wenn diese stimmt, kann man unserer Meinung nach mit der Bildung anfangen. Es bringt nichts, ein Kindergartenkind mit Inhalten von Bildungsplänen voll zu stopfen, wenn die Basis nicht stimmt.

Im Kindergartenalltag ist die Bildung zwar ein wichtiger Punkt, kann aber nur von Menschen, die eine Beziehung zu den Kindern aufgebaut haben, umgesetzt werden.

Und in erster Linie soll ein Kind im Kindergarten spielen und nebenbei die Welt entdecken und lernen.

Zudem sollten die Erzieherinnen auch noch Zeit für individuelle Zuwendung, das gemeinsamen Spiel, gemeinsame Mahlzeiten, Kreativität, Singen und vieles Mehr haben. Wir hoffen sehr, dass die Stadt Ulm, die sich kinderfreundlich nennt, dies auch in die Tat umgesetzt wird.

Astrid Eichelberger, Ulm