Logo GEB Ulmer KiTas Logo GEB Ulmer KiTas

Gesamtelternbeirat
der Kindertagesstätten und Schülerhorte in Ulm/Donau

Zeitungsartikel Südwestpresse vom 07.02.2009

Ein Konzept mit Tücken

Einschulungsuntersuchung: Viel Arbeit mit zwei Jahrgängen in einem Jahr

Das neue Konzept zur Einschulungsuntersuchung ist für die Gesundheitsämter eine Doppelbelastung: Sie müssen die Vier- und die Fünfjährigen testen. Neue Mitarbeiter gibt es dafür nicht.

PETRA WALHEIM

Stuttgart

"Es kann gar nicht sein, dass die neue Einschulungsuntersuchung ohne Probleme anläuft". Karlheinz Kibele, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Landkreistags spricht ganz offen darüber, dass das neue Konzept für die Untersuchung der Vorschulkinder den Gesundheitsämtern in diesem Jahr viel abverlangt. Die Schulärzte und sozialmedizinischen Assistentinnen müssen nicht mehr nur die fünf Jahre alten Kinder untersuchen, sondern seit diesem Jahr auch die Vierjährigen. Ziel ist, Kinder, die sich langsamer als andere entwickeln oder Sprachschwierigkeiten haben, möglichst früh zu fördern, damit sie mit sechs Jahren genauso fit für die Schule sind wie alle anderen.

Bisher war es so, dass die Mitarbeiter der Gesundheitsämter in die Kindergärten gegangen sind und sich auf die Fünfjährigen konzentriert haben: Ihre körperliche und geistige Entwicklung wurde untersucht, und es wurde geprüft, ob sie sich klar und deutlich mitteilen können. Seit diesem Jahr ist die Untersuchung auf die Vierjährigen ausgedehnt. Das heißt, die Gesundheitsämter sollten mit dem vorhandenen Personal die Kinder der Einschulungsjahrgänge 2009 und 2010 anschauen. "Das wird nicht ohne Holpern abgehen", sagt Kibele.

Er macht deutlich, dass er die "Zuversicht der Politik, dass alles problemlos über die Bühne geht", nicht teilt. Das Konzept an sich begrüßt er: "Dass die Untersuchung um ein Jahr vorgezogen wird, ist sehr vernünftig." Schade, dass die Regierung nicht schon früher darauf gekommen ist. "Für das Kind muss der Start in die Schule gelingen. Dafür müssen wir sorgen." Je früher erkannt werde, dass ein Kind Förderung braucht, umso früher könne damit begonnen werden.

Ob die Gesundheitsämter es schaffen, wirklich alle Kinder der beiden Jahrgänge anzuschauen, vermag Kibele nicht zu sagen. "Sie werden tun, was sie können. Davon gehe ich aus." Für die Umsetzung des neuen Konzepts wurde zwar die seit Jahren bestehende Stellenbesetzungssperre für Landesbedienstete aufgehoben. Das heißt, freiwerdende Stellen werden wieder besetzt. Doch wurden speziell für die Übergangsphase keine neuen Mitarbeiter eingestellt, so ist aus dem Sozialministerium zu erfahren. Die würden im nächsten Jahr nicht mehr gebraucht. Denn obwohl die Mitarbeiter der Gesundheitsämter in Zukunft immer zwei Jahrgänge untersuchen müssen, sind ihnen im nächsten Jahr die jetzt Vierjährigen bereits bekannt. Sie müssen nicht mehr alle genauestens unter die Lupe nehmen, sondern können sich auf die Kinder konzentrieren, die auffällig waren.

"Die gewaltige Anstrengung" versucht das Gesundheitsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis durch "interne Umschichtungen" zu meistern, erklärt dessen Leiter Burghardt Ehler. Seine Mitarbeiter konzentrieren sich zunächst auf die Kinder, die im Herbst eingeschult werden. Etwa von Mai an würden die Vierjährigen untersucht.