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Gesamtelternbeirat
der Kindertagesstätten und Schülerhorte in Ulm/Donau

Zeitungsartikel Südwestpresse vom 13.02.2009

Bildung kaum bemerkt

Untersuchung der Offensive: Es bleibt noch viel zu tun

Ulmer Bildungsoffensive: Seit 2000 ist Bildung der Schwerpunkt in der Stadtpolitik. Was haben die bisher aufgewendeten 83,5 Millionen Euro gebracht? Die Evaluation gibt Aufschluss - teilweise.

HANS-ULI THIERER

Ulm

Fast allen Schul- und Kindergartenleitungen in Ulm ist der Begriff Bildungsoffensive geläufig. Sie wissen auch Bescheid über die Ziele, die Stadtspitze und Gemeinderat seit dem Jahr 2000 ins Zentrum der Lokalpolitik gerückt haben und die seither Finanzschwerpunkt sind. Bekanntheitsgrade des Begriffs und der Absichten lassen bei Lehrern und Erzieherinnen schon nach und sinken bei den Eltern auf rund 40, respektive unter 30 Prozent (siehe Grafiken).

Ein gewisser Frust schwang mit, als OB Ivo Gönner nach dreistündiger Debatte im Gemeinderat konstatierte: Im Jahr 2000 habe der Gemeinderat die Bildung zum Schwerpunkt erklärt, seither seien Millionen aufgewendet worden (neben dem laufenden Bildungsbudget 83,5 Millionen Euro). Doch die Wahrnehmung dieses kommunalen Kraftakts "hält sich in Grenzen", wie die Evaluation gezeigt habe. Gönners Eindruck: Dort, wo die Bildungsoffensive ankommen solle, werde munter weiter gemault.

Verdrießen lassen will sich die Kommunalpolitik aber nicht, wie die Äußerungen vieler Stadträte in der Diskussion zeigten. Auch die zuständige Dezernentin gibt sich entschlossen: "Wir sind uns im Klaren über die weiteren Herausforderungen", sagte Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle. Die Aufgaben ergeben sich aus besagter Evaluation, also der Überprüfung, was die in Ulm frühzeitig ausgerufene Bildungsoffensive bringt, ob Ulm dem Ziel näher gekommen ist, eine Bildungslandschaft mit hoher Chancengleichheit zu werden.

Generelles Ergebnis: Ulm ist auf dem richtigen Weg, doch ganz Genaues weiß man noch nicht. Immerhin kommt auch dieser Qualitätstest zur Schlussfolgerung vieler anderer Erhebungen: Wer die Bildungslandschaft verbessern will, muss Chancengleichheit schaffen, also ungleiche Voraussetzungen für Kinder aus Migrantenfamilien und armen Verhältnissen bekämpfen.

Die Professoren Dietmut Kucharz und Thorsten Pohl von der Pädagogischen Hochschule Weingarten waren über zwei Jahre hinweg verantwortlich für die Verifizierung. Im Gegensatz zum kritischen Zwischenbericht vor Jahresfrist klingt das Abschlussdossier recht positiv. Das Professoren-Duo benennt zehn Felder, in denen "Entwicklungsbedarf besteht" (Kucharz). Darunter:

mehr Ganztagesschulbetreuung,

gezieltere Sprachförderung über den Kindergarten hinaus für Kinder- und Jugendliche mit Migrationshintergrund,

mehr Unterstützung für Hauptschüler in der Berufsorientierung,

bessere Vernetzung der Maßnahmen der Bildungsoffensive,

Schwellenabbau an den Übergängen Kindergarten/Schule/Beruf. @

Der komplette Evaluationsbericht: http://www.swp.de/wortlaut