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Gesamtelternbeirat
der Kindertagesstätten und Schülerhorte in Ulm/Donau

Zeitungsartikel Südwestpresse vom 17.02.2009

KOMMENTAR · KRIPPENPLÄTZE: Stadt baut ins Blaue hinein

Ulm investiert in den Ausbau der Krippenplätze für die unter Dreijährigen 4,7 Millionen Euro. Halt! Das ist erst der Anfang, denn die Vorgabe laut Bundes-Kinderförderungsgesetz lautet, dass bis zum Jahr 2013 für ein Drittel aller unter Dreijährigen Krippenplätze zur Verfügung stehen sollten. In Ulm ist dieser Bedarf, zählt man die Betriebskindergärten mit, momentan zu 28 Prozent gedeckt.

Klingt gut, ist es aber nicht: Denn berücksichtigt wurden bisher nur die Ein- bis Dreijährigen, weil es im ersten Jahr Elterngeld gibt. Rechnet man den Bedarf der unter Einjährigen hinzu, sieht die Bilanz schlechter aus. Es gibt also rein rechnerisch noch viel zu tun, - um das ehrgeizige Ziel der Familienministerin zu erreichen.

In der Praxis jedoch baut die Stadt momentan ins Blaue hinein, denn der tatsächliche Bedarf an Krippenplätzen ist nicht greifbar. Aber mit Neubauten ist noch keinem geholfen. Berufstätige Mütter brauchen längere Öffnungszeiten, und das bringt weitere Personalkosten mit sich, die nachhaltig an der Kommune hängen bleiben. Wird hierbei dann gespart und werden unqualifizierte Praktikanten beschäftigt, ist die ganze Kinderförderung wieder für die Katz.

Ähnlich lief es beim Ausbau der Ganztagsbetreuung an den Schulen. Für Millionenbeträge wurden Mensen und Aufenthaltsräume gebaut. Und jetzt? Der Mittagstisch und die Ganztagesangebote werden von den Schülern längst nicht so akzeptiert wie von der Politik geplant. CAROLIN STÜWE